Heiraten in der Türkei

 

Heiraten in der Türkei

Welche Behördengänge sind notwendig?

Zunächst müssen Sie sich entscheiden, nach welchem Recht Sie heiraten möchten. Für Eheschließungen nach islamischem oder Stammesrecht gelten andere Voraussetzungen.

Welche Dokumente müssen vorgelegt werden?

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Internationale Geburts– oder Abstammungsurkunde
  • Internationales Ehefähigkeitszeugnis
  • Meldebescheinigung
  • Gesundheitszeugnis eines staatlichen Krankenhauses bzw. einer staatlichen Poliklinik
  • Vier Passbilder (max. sechs Monate alt, farbig, Eurostandard)
    Hinweis: Einige Dokumente müssen mit einer Apostille versehen sein

Wie kann man heiraten?

Nach dem Gesetz muss man zuerst standesamtlich heiraten. Auch eine rein religiöse Trauung ist möglich. Diese ist dann aber nicht rechtsgültig. Trauungen können in der Türkei nicht nur von Standesbeamten vorgenommen werden, die bei einem Standesamt (Evlendirme Memunlugu oder Evlendirme Dairesi) der Stadt- oder Gemeindeverwaltung beschäftigt sind, sondern auch von den Leitern der Personenstandsämter.

Wo kann man heiraten?

Am Ort seiner Wahl, wie zum Beispiel am Strand oder auf einem Schiff. Darüber hinaus natürlich im Standesamt.

Wird ein Dolmetscher benötigt?

Die Anwesenheit eines vereidigten Dolmetschers bei der Trauung ist Pflicht, sofern das Paar kein Türkisch spricht.

Werden Trauzeugen benötigt?

Es werden zwei Trauzeugen benötigt.

Ist die Trauung rechtsgültig?

Die zivilrechtliche Eheschließung nach türkischem Ortsrecht wird in Deutschland anerkannt.

Wie lang sollte der Planungsvorlauf und die Mindestaufenthaltszeit am Urlaubsort sein?

Die Trauung in der Türkei ist für deutsche Paare sehr problemlos, da es weder eine Aufgebotsfrist noch eine vorgeschriebene Mindestaufenthaltszeit gibt. Schwieriger wird es für deutsch-türkische Paare, die sich nach türkischem Recht trauen lassen möchten.

Wie wird traditionell in der Türkei geheiratet?

In der Türkei ist eine Hochzeit eher eine Familienangelegenheit als eine persönliche. Deshalb ist die Trauzeremonie auch recht nüchtern. Das Fest und die Gäste sind wichtig. Das Durchschnittsalter der Bräute ist 17 – 18 Jahre. In sehr traditionell geprägten ländlichen Gegenden entscheiden immer noch die Familienältesten über die Hochzeit. Die jungen Leute haben sich dabei häufig noch nicht einmal gesehen. Dieser Brauch wird immer seltener praktiziert. Die Brautleute haben auch bei versprochenen Ehen das Recht, die Hochzeit abzusagen. Manchmal werden bereits im Babyalter Ehen versprochen. Als Symbol schenkt die Familie des Bräutigams bei der Geburt eines Mädchens eine Wiege.

Die Zustimmung der Brauteltern muss eingeholt werden. Hierfür reisen die Eltern des Bräutigams in den Abendstunden mit Geschenken zur Familie der Braut und verkünden, dass sie die Tochter als geeignete Wahl für ihren Sohn halten. Es wird die Zustimmung erfragt, welche immer mit einer Bedenkzeit geäußert wird, so dass ein zweiter Besuch folgen muss. Nur wenn das Paar sich kennt, fällt der Erstbesuch weg und es werden zur Besiegelung Ringe getauscht. In ländlichen Gegenden zahlt die Familie des Bräutigams einen Brautpreis als Ausgleich für den Verlust der Arbeitskraft.

Bei der Verlobung werden mit Namen gravierte Ringe getauscht. Dieses Zeremoniell übernehmen die Brauteltern. Dies findet sowohl im kleinen familiären Kreis als auch als großes Fest mit Tanz und Musik statt. Die Ringe werden mit einem roten Band zusammengebunden und auf ein silbernes Tablett gelegt. Wenn alle anwesend sind, steckt einer der Respektpersonen der beiden Familien dem Paar die Ringe an, schneidet das rote Band durch und gratuliert als Erster dem Paar. Nun sind sie verlobt.

Sehr selten lebt das Paar schon vorher zusammen. Traditionell verbringt das Paar die erste gemeinsame Nacht nach der Hochzeit miteinander.

Eine Nacht vor der Hochzeit trifft sich die Braut mit ihren Freunden und Verwandten, um die Finger der Braut mit Henna zu färben, wobei das Henna ein Geschenk der Familie des Bräutigams ist. Da es sich um die letzte Nacht vor der Trauung handelt, muss sie symbolisch traurig sein. Daher werden eine Zeit lang traurige Lieder gesungen. Im Verlauf des Abends wird die Atmosphäre jedoch fröhlicher. Die Kosten der Hochzeit trägt die Familie des Bräutigams.

Um das weiße Brautkleid wird um die Hüfte vom Vater der Braut ein rotes Band gelegt, um ihre Jungfräulichkeit zu symbolisieren. Die bürgerliche Trauung findet vor dem Bürgermeister oder einer von ihm ermächtigten Person im Standesamt der Gemeinde oder in einer Zeremonienhalle statt. Häufig folgt im Anschluss die religiöse Zeremonie, die vom Imam in ihrem Haus durchgeführt wird. Die Feier wird von Musik begleitet und dauert so lange, bis sich das Paar zurückzieht.

Türkische Hochzeitsbräuche

In der Türkei wird großer Wert auf das Hochzeitsauto gelegt. Mit einem ganz besonderen Gefährt (einem Sportwagen, einer luxuriösen Limousine, einem Oldtimer oder auch einer Kutsche) fährt das Brautpaar vom Standesamt oder der Kirche zur Hochzeitsfeier. Wie man es kennt, wird das Brautgefährt natürlich mit Blumen geschmückt.

Ebenfalls bei uns mittlerweile Tradition: Die Hochzeitsgäste folgen dem Brautpaar in einem Autokorso. Dabei hupen die begleitenden Autos, um Aufmerksamkeit für das Brautpaar zu erlangen. In manchen Gegenden ist es auch üblich, den Autokorso auf dem Weg zur Feier anzuhalten und Wegezoll zu verlangen. Dieser Zoll wird üblicherweise mit Schnaps beglichen, der von Wegezöllnern und Brautpaar getrunken werden muss, bevor diese die Fahrt fortsetzen können.

Bei der Hochzeit in der Türkei erhalten die Brautleute ihre Geschenke getrennt überreicht. Die Braut erhält dabei Goldschmuck und Geld, die das Paar sozial absichern sollen. Goldschmuck oder Geldscheine werden dabei von den Gästen ans Brautkleid
gesteckt.

Für den neuen Hausstand kauft die Braut Küchengeräte und Bettzeug. Der Bräutigam sorgt für Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. Als Gabe für das Brautpaar (bohca) werden von den Angehörigen ein Koran (für den Glauben), Mehl, Brot und Reis (für genug Nahrung der neuen Familie), Eier (für die Fruchtbarkeit der Frau) und Salz (für die Harmonie) verschenkt.

Eine besonders schöne Tradition ist, dass alle unverheirateten Frauen auf der Sohle der Brautschuhe unterschreiben. Die Frau, deren Name am meisten innerhalb des Tages verblasst, heiratet als nächste.

Wissenswertes

Unmittelbar nach der Heirat in der Türkei wird durch den Standesbeamten ein internationales Familienbuch (aile cüzdanı) ausgestellt. Dieses Familienbuch wird durch die Bundesrepublik Deutschland jedoch nicht anerkannt. Zum Nachweis Ihrer Eheschließung sollten Sie sich mehrere internationale Heiratsurkunden (Evlenme Kayıt Örnegi) ausstellen lassen, die Sie von jedem Personenstandsamt erhalten, sobald die Eheschließung registriert wurde.

Unterstützt wurden wir für diesen Beitrag von der türkischen Botschaft in Berlin.

Die Deutsche Botschaften in der Türkei
www.ankara.diplo.de | www.istanbul.diplo.de
Literatur: Yenen, Serif: Die türkische Odyssee. Ein Kulturreiseführer für die Türkei, 2007 (4. Auflage)

www.tuerkischebotschaft.de

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