Heiraten in Afrika: Alle Tipps, wichtige Dokumente und Behördengänge

Mit zirpenden Singzikaden auf einer spannenden Safari-Tour mitten in der Wildnis oder ganz modern mit städtischem Flair in Kapstadt Ja sagen – so groß wie Afrika ist, so facettenreich könnt ihr dort auch heiraten. Denn Afrika bietet euch eine riesige Palette an außergewöhnlichen Orten für eure Traumhochzeit – von malerischen Küstenlandschaften, über endlos weit erscheinende Berglandschaften bis hin ins tiefste Buschland. Lasst euch von diesen Traumkulissen verzaubern und lernt dabei die besondere Gastfreundlichkeit, Weltoffenheit und das herzliche Miteinander der Afrikaner kennen.

Wir wollen euch deshalb diesen traumhaften Kontinent für eure Hochzeit ans Herz legen. Denn ihr habt zudem den Vorteil, dass eure Hochzeit absolut unbürokratisch und schnell geplant werden kann.

Hochzeit Cape Town

Cape Town | Foto: Kyle Cut Media

Selbstverständlich kann man das Thema „Heiraten in Afrika“ nicht pauschal beantworten. Von Land zu Land gibt es genau wie in Europa unterschiedliche Regelungen. Dies würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Vielmehr möchten wir euch einen kleinen Überblick und Ideen hierzu geben.

Es empfiehlt sich also im jeweiligen Land noch einmal explizit nachzufragen sowie einen Weddingplanner oder ein Reisebüro zu beauftragen.

Heiraten in Afrika

Alle Informationen in der Übersicht

Erfahrt alles, was ihr wissen müsst für eure Traumhochzeit

Wie kann man in Afrika heiraten?

Standesamtliche Ehen können in Ghana durch einen zugelassenen „Registrar of Marriage“ an dem Wohnsitz des ghanaischen Ehepartners geschlossen werden.

Anders als in Deutschland kann jeder Standesbeamte jede Konfession trauen.

Wo kann man in Afrika heiraten?

Ob auf dem Tafelberg in Nähe des Kap der guten Hoffnung, im Beisammensein mit wild lebenden Elefanten im "Knysna Elephant Park" oder in den Dünen von Swapkopmund in Namibia – in Afrika könnt ihr an jedem beliebigen Ort mit echter Traumkulisse heiraten. Selbst eine Trauung bei der Formel Eins-Rennstrecke oder die klassische Safari-Hochzeit in einer Gamelodge sind möglich. Denn die Standesbeamten trauen euch überall.

Wann ist die beste Zeit, um in Afrika zu heiraten?

Von März bis Mai und August bis Oktober sind die besten Monate, um bei perfekter Wetterlage eure Traumhochzeit zu feiern.

Diese Dokumente benötigt ihr für eine Hochzeit in Afrika

Je nachdem, ob ihr in Kenia, Benin, Kapstadt oder im Senegal heiraten möchtet, sind unterschiedliche Dokumente für eine standesamtliche Hochzeit vorzulegen:

Heiraten in Afrika Kenia

Heiraten in Afrika: Kenia | Foto: Murad Swaleh

Heiraten in Kenia:

  • Gültige Reisepässe
  • Ehefähigkeitszeugnis (erhaltet ihr beim Standesamt eurer Gemeinde)
  • Internationale Geburtsurkunde (erhaltet ihr im Einwohnermeldeamt eures Geburtsortes)
  • Falls geschieden: die Scheidungsurkunde
  • Falls verwitwet: eine internationale Sterbeurkunde

Die deutschen Unterlagen müssen übersetzt und beglaubigt sein.

Heiraten in Afrika Benin

Heiraten in Afrika: Benin | Foto: Fanick Atchia

Heiraten in Benin:

  • Gültige Reisepässe
  • Geburtsurkunden beider Ehepartner (erhaltet ihr im Einwohnermeldeamt eures Geburtsortes)
  • Bescheinigung über den Personenstand (Ehefähigkeitszeugnis für den deutschen 
Partner, Certificat de Célibat für den beninischen Partner)
  • In manchen Fällen ein Wohnsitznachweis
  • Eventuell beglaubigte französische Übersetzungen
  • In manchen Fällen ein ärztliches Attest
  • Falls verwitwet: eine internationale Sterbeurkunde
  • Falls geschieden: die Scheidungsurkunde

Werbung


Heiraten in Afrika Senegal

Heiraten in Afrika: Senegal | Foto: Aliunix

Heiraten im Senegal:

  • Geburtsurkunden (erhaltet ihr im Einwohnermeldeamt eures Geburtsortes)
  • Gültige Reisepässe
  • Ledigkeitsbescheinigungen
  • Falls verwitwet: eine internationale Sterbeurkunde
  • Falls geschieden: die Scheidungsurkunde

Alle Dokumente sollten möglichst mit französischer Übersetzung und Beglaubigungsvermerk der deutschen Botschaft vorgelegt werden.

Heiraten in Afrika Kapstadt

Heiraten in Afrika: Kapstadt | Foto: Tobias Reich

Heiraten in Kapstadt:

  • Gültige Reisepässe
  • Ehefähigkeitszeugnis mit einer deutschen Apostille (erhaltet ihr beim Standesamt eurer Gemeinde) 
  • Kopie des Einreisestempels nach Südafrika (ein Touristenvisum für Südafrika wird deutschen Staatsbürgern bei der Einreise gewährt)
  • Falls geschieden: die Scheidungsurkunde
  • Falls verwitwet: eine internationale Sterbeurkunde

Möchtet ihr kirchlich heiraten, braucht ihr zusätzlich eine Bestätigung eurer religiösen Zugehörigkeit in eurer Heimatgemeinde. Diese erhaltet ihr bei eurem zuständigen Pfarramt.

Welche Behördengänge sind vor Ort für eine Hochzeit in Afrika notwendig?

Zunächst müsst ihr euch entscheiden, nach welchem Recht ihr heiraten möchtet. Denn für Eheschließungen nach islamischem oder Stammesrecht gelten andere Voraussetzungen.

Heiraten in Afrika

Heiraten in Afrika | Foto: Traumhochzeit in Afrika


Werbung


Hochzeit in Afrika

Häufige Fragen zum Heiraten in Afrika

Damit ihr perfekt  auf alles vorbereitet seid

Wird ein Dolmetscher benötigt?

Sofern beide Ehepartner die französische Sprache beherrschen, wird in Benin und im Senegal kein Dolmetscher benötigt.

Werden Trauzeugen benötigt?

Üblicherweise müssen bei der Trauung in Benin und im Senegal zwei volljährige Zeugen anwesend sein. In Kapstadt müssen zwei Trauzeugen mit einem Mindestalter von 21 Jahren anwesend sein.

Ist die Trauung rechtsgültig?

In Südafrika erhält man das „Marriage Certificate“ und ist sofort nach südafrikanischem Recht verheiratet. Der Standesbeamte organisiert dann das „Full Marriage Certificate“ sowie eine Apostille, mit der das Paar in Europa beim Standesamt die Trauung rechtsgültig anmelden kann.

Grundsätzlich wird eine in Kenia rechtsgültig geschlossene Ehe in Deutschland anerkannt. Vorausgesetzt, sie wurde von einer Person mit einer standesamtlichen Befugnis geschlossen. Nach Stammesrecht geschlossene Ehen können nicht anerkannt werden, da sie nicht der Mitwirkung einer Person mit standesamtlicher Befugnis bedürfen.

Stammesrechtliche Hochzeiten sind in Ghana sehr verbreitet, finden jedoch keine rechtliche Anerkennung. Weder in Ghana noch in Deutschland, sofern einer der Eheschließenden seinen ständigen Wohnsitz nicht in Ghana hat.

Wie hoch sind die Kosten der Trauung?

Die Gebühren für eine Eheschließung in Afrika sind von Standesamt zu Standesamt unterschiedlich und sollten vor Anmeldung der Eheschließung erfragt werden.

Wie lang sollte der Planungsvorlauf sein?

Mindestens einen Monat.

Mindestaufenthaltszeit am Urlaubsort

In Südafrika muss man mindestens drei Tage einplanen. Da die Apostille dann an den Heimatort nachgesandt wird, kann die rechtliche Anerkennung bis zu drei Monaten dauern.

In Kenia muss ein Partner mindestens fünfzehn Tage vor Ausstellung der Heiratserlaubnis in dem Distrikt gewohnt haben, in dem beim zuständigen Standesbeamten der Antrag auf Erteilung der Heiratserlaubnis gestellt wird. Die Aufgebotsfrist beträgt einundzwanzig Tage. Sie kann jedoch durch eine Sondergenehmigung auf einen Tag verkürzt werden.

In Benin gibt es eine Aufgebotsfrist von fünfzehn Tagen. Beide Ehegatten müssen bei der Bestellung des Aufgebots persönlich anwesend sein.

Im Senegal muss der Aufenthalt der Brautleute vor der Eheschließung mindestens fünfzehn Tage betragen, um die Aufgebotsfrist zu erfüllen.

Hochzeit in Afrika

Wundervolle afrikanische Hochzeitsbräuche

lernt die verschiedensten Traditionen kennen

In Kenia spuckt der Vater der Massai-Braut mit Milch auf Kopf und Brust, bevor sie ihrem Bräutigam übergeben wird. Dazu spricht er „Möge Gott Dir viele Kinder schenken“. Auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Mann darf sich die Braut nicht umsehen. Danach wird sie von der neuen Familie des Bräutigams in Empfang genommen und zunächst tüchtig beschimpft sowie mit Kuhmist beschmiert.

Wesentlich freundlicher geht es bei den Suaheli vonstatten. Die Braut wird vor der Hochzeit verwöhnt, mit Kokosnussöl massiert und mit Sandelholz parfümiert. Zusätzlich wird sie aufwendig mit Henna-Mustern bemalt. Danach wird sie von einer Somo (eine der Stammesälteren) über ihre Pflichten in der Ehe aufgeklärt. In der Brautkammer (dort wird auch die Ehe der beiden geschlossen) wird der Schleier der Braut gelüftet. Hierbei sieht der Bräutigam seine zukünftige Frau oft das erste Mal. Besiegelt wird die Ehe mit einer Zeremonie in einer Moschee. Hier dürfen nur Männer anwesend sein.

In Südafrika findet die Hochzeit der Ndebele oft über Jahre in drei Stufen statt. Zunächst wird die Auslöse mit dem Brautvater verhandelt. Ist man sich einig, wird die Braut von der Außenwelt für zwei Wochen abgeschottet. Diese Zeit nutzen die Stammesälteren für die Aufklärung der jungen Frau. Mit üppigem Perlenschmuck geschmückt tritt sie aus der Separation in die dritte Stufe der Hochzeit. Zur Hochzeit erhält die Braut ein Tuch, das sie ihr Leben lang bei speziellen Anlässen tragen darf.

Erst nach der Geburt des ersten Kindes ist die Braut verheiratet. Eine Tradition in Namibia ist es, die Braut vor der Hochzeit zu entführen. „Braut geraubt!“ heißt dies bei den Himbas. Dabei trägt sie einen von ihrer Mutter vererbten Kopfschmuck aus Leder, mit dem man das Gesicht verdecken kann (Ekori). Einen Tag vor der Zeremonie tanzen und feiern die Frauen so hemmungslos, dass sie rot werden. Sie bemalen sich mit rotem Ocker. Zur Begrüßung im Hause ihres Mannes wird die Braut mit Butterfett eingerieben.

TIPP

Wer kann mir helfen, meine Hochzeit im Ausland zu planen?

Unterstützt wurden wir für diesen Beitrag von den deutschen Botschaften in Afrika:
Ghana, Kenia, Benin, Senegal, Gambia, Guinea-Bissau, Kap Verde.


Noch mehr zu diesem Thema entdecken:

{"email":"E-Mail-Adresse ungültigWebsite address invalid","url":"Webadresse ist ungültig","required":"Bitte fülle alle Pflichtfelder aus"}

Jetzt coole Ideen und Tipps für eure Hochzeit in unserer Online-Ausgabe entdecken →

Jetzt am Handy, iPad oder Desktop bequem lesen.

Hochzeitsmagazin weddingstyle
>