Heiraten in Spanien

 

Heiraten in Spanien

Welche Behördengänge sind notwendig?

In Spanien muss man eine Genehmigung zum Heiraten einholen. Die Bewilligung des Aufgebots dauert drei bis vier Monate, erst dann kann beim Standesamt der Termin beantragt werden. Dies muss aber auch drei Monate vor der Hochzeit geschehen.

Welche Dokumente müssen vorgelegt werden?

Unterlagen für deutsche Verlobte:

  • Deutscher Reisepass: Original und Fotokopie der ersten vier Seiten
  • Aktuelle, internationale Geburtsurkunde oder Abstammungsurkunde mit Apostille
  • Nachweis über den Wohnsitz der letzten zwei Jahre
  • Certificado de empadronamiento und/oder Meldebescheinigung, möglichst mit Angabe über den Familienstand, ausgestellt vom dem deutschen Einwohnermeldeamt des derzeitigen oder letzten deutschen Wohnortes

Bei der Trauung muss man dann das von der spanischen Behörde erhaltene Ehefähigkeitszeugnis vorlegen. Für die Erteilung des Ehefähigkeitszeugnisses vor Ort sind von beiden Verlobten Reisepässe, Geburtsurkunde, Meldebestätigung und für den ausländischen Verlobten eine Ledigkeitsbescheinigung (fe de vida y estado) vorzulegen. Eventuelle Vorehen sind durch Heiratsurkunde, Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk sowie gegebenenfalls Urkunde über die Anerkennung für den deutschen Rechtsbereich zu belegen. Ist einer der Verlobten von dem Gericht eines Staates geschieden worden, dem nicht beide Ehegatten zum Zeitpunkt der Scheidung angehört haben, so ist zuvor ggf. die Anerkennung der ausländischen Entscheidung in Deutschland erforderlich. Die spanischen Unterlagen müssen in der Regel von einem vereidigten Übersetzer in die deutsche Sprache übertragen werden.

Unterlagen für spanische Verlobte:

  • Spanischer Reisepass oder DNI: Original und Fotokopie
  • Certificación literal de nacimiento (Abstammungsurkunde)
    eine aktualisierte Urkunde wird vom spanischen Standesamt erteilt
  • Fé de vida y estado (spanische Lebens- und Personenstandsbescheinigung) Die Bescheinigung wird von dem Standesamt am Wohnort des spanischen Verlobten ausgestellt
  • Certificado de empadronamiento de los ultimos 2 años ­(spanische Wohnsitzbescheinigung), kann beim Einwohnermeldeamt des Wohnsitzes beantragt werden

Die Erfordernisse für die kirchliche Eheschließung sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Hier empfehlen wir, sich persönlich mit dem zuständigen Pfarrer in Verbindung zu setzen oder einen Weddingplanner zu beauftragen.

Wie kann man heiraten?

Standesamtlich kann in Spanien nur heiraten, wer in Spanien lebt. Das bedeutet, dass man steuerlich, sozialversicherungsmäßig und mit erstem Wohnsitz in Spanien gemeldet ist. Außerdem muss man sich innerhalb eines Jahres mindestens sechs Monate plus einen Tag im Land aufhalten. Sind beide Verlobte Ausländer, können sie vor einem spanischen Standesamt die Ehe schließen, sofern mindestens einer von beiden in Spanien angemeldet ist. Daher ist für Ausländer mit nur vorübergehendem Aufenthalt in Spanien (z. B. Touristen) eine Eheschließung in Spanien ausgeschlossen. In Spanien gibt es sowohl die standesamtliche als auch die kirchliche Trauung. Die kirchliche Trauung (katholisch oder evangelisch) wird jedoch erst durch anschließende Registrierung beim zuständigen spanischen Standesamt rechtsgültig. Wenn beide in Deutschland wohnhaft sind, kann nach der standesamtlichen Trauung in Deutschland eine kirchliche Trauung (oder freie Trauung) in Spanien stattfinden – bei einer kirchlichen Trauung müssen beide der Kirche in Deutschland zugehörig sein und der gleichen Konfession angehören. Eine freie Trauung mit einem deutschsprachigen Redner oder freien Pfarrer/Theologen ist selbstverständlich jederzeit möglich.

Wo kann man heiraten?

Evangelische und freie Trauungen können an jedem Wunschort durchgeführt werden. Katholische Trauungen werden allerdings nur in Gotteshäusern (Kirchen oder Kapellen) vollzogen.

Wird ein Dolmetscher benötigt?

Im Standesamt ist ein Dolmetscher Pflicht, wenn einer der Eheleute der spanischen Sprache nicht mächtig ist. Auf Mallorca findet eine kirchliche Trauung auf Deutsch statt.

Werden Trauzeugen benötigt?

Ja. Für die standesamtliche Trauung sind zwei Trauzeugen Pflicht.

Ist die Trauung rechtsgültig?

Ja. Man muss sich hinterher ein deutsches Familienbuch besorgen und die Namensregelung findet in Deutschland statt.

Wie hoch sind die Kosten der Trauung?

Je nach Art der Zeremonie sind sie sehr unterschiedlich. Auf jeden Fall sollte man eine Spende für die Kirche einplanen. Ein freier Theologe ist für 400 bis 500 Euro zu buchen. Standesamtliche und/oder kirchliche Genehmigungen kosten 100 bis 500 Euro, je nach nötiger Übersetzung.

Wie lang sollte der Planungsvorlauf sein?

Mindestens 6 bis 12 Monate. Je nach Locationwahl empfiehlt sich sogar ein Vorlauf von bis zu zwei Jahren.

Mindestaufenthaltszeit am Urlaubsort

Standesamtlich kann man ja nur heiraten, wenn man in Spanien wohnhaft ist.

Wie wird traditionell in Spanien geheiratet?

Der traditionelle Spanier entscheidet sich aber in der Regel für die kirchliche Trauung. Die Spanier behalten beide ihre Namen. Einen Familiennamen wie in Deutschland gibt es nicht. Die Kinder erhalten dann einen Doppelnamen.
In Spanien wird mit viel mehr Gästen als in Deutschland geheiratet. Außerdem finden Hochzeiten in Spanien immer erst am späten Abend statt. Es wird nicht so pompös geheiratet, sondern lieber lange und weit entfernt geflittert. Die typisch deutsche Hochzeitstorte kennt der Spanier nicht.

Spanische Hochzeitsbräuche

Während der Trauung legt der Bräutigam der Braut dreizehn Münzen in die Hände. Dieser Brauch stammt von den Merowingern (Dynastie der ersten Könige Frankreichs) und stand für den Zugewinn und die Eigentümer, die das zukünftige Ehepaar teilen würde. Zum Kaffee werden für die Herren Zigarren und für die Frauen Zigaretten und Zigarillos serviert. Diese tragen eine Banderole mit den Initialen des Brautpaares. Die Zigarrenläden stellen diese Banderolen standardmäßig gegen einen geringen Aufpreis her. Die Gäste erhalten vom Brautpaar („Novios“) kleine Geschenke. Zum Beispiel eine kleine Flasche mit Olivenöl als Dank für die Begleitung an diesem besonderen Tag („gracias por acompanaros este día tan especial“). Wie in Deutschland trägt die Braut etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues. Etwas Altes symbolisiert die Verbindung der Braut zu ihrer Vergangenheit und zeigt die Kontinuität des Lebens. Es wird meistens ein Familienschmuckstück verwendet und repräsentiert auch die Familie der Braut. Etwas Neues steht für den Wandel und die Erneuerung des Geistes. Es verkörpert somit ihre Hoffnung auf ein neues, glückliches Leben und repräsentiert die neue Familie, deren Mitglied die Braut wird. Etwas Geliehenes lässt die Braut ein Stück einer glücklichen Beziehung tragen, das sich auf ihre Ehe übertragen soll. Ebenso verkörpert es Freundschaft, Loyalität und Unterstützung der Freunde. Etwas Blaues symbolisiert Treue. Aus diesem Grund ist oft im Kleid ein blaues Band eingearbeitet oder das Strumpfband ist mit einem blauen Element versehen. In vielen Städten gibt es ein „Konvent der Heiligen Clara“. Die im Konvent lebenden Nonnen verkaufen Gebäck. Wenn man ihnen zur Unterstützung Eier bringt, kann man darum bitten, dass die Sonne am Hochzeitstag scheint. Die Eier stehen für Fruchtbarkeit und Geburt.

Unterstützt wurden wir für diesen Beitrag von der deutschen Botschaft in Spanien. Außerdem hat uns Maike Seeling, die selbst im vergangenen Jahr in Spanien geheiratet hat und weddingstyle-Leserin ist, mit Insider-Erfahrungen zur Seite gestanden. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie das wundervolle Hotel Can Coll auf Mallorca. Profiinformationen erhielten wir auch von Jutta Birfelder,
Mallorca Hochzeiten S.L

Fotos: www.mallorca-hochzeiten.com

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