Heiraten in Afrika

 

Heiraten in Afrika

Selbstverständlich kann man das Thema „Heiraten in Afrika“ nicht pauschal beantworten. Von Land zu Land gibt es genau wie in Europa unterschiedliche Regelungen. Dies würde jedoch den Rahmen des Magazins sprengen. Es empfiehlt sich also im jeweiligen Land noch einmal explizit nachzufragen oder einen Weddingplanner zu beauftragen.

Welche Behördengänge sind notwendig?

Zunächst muss sich das Brautpaar entscheiden, nach welchem Recht sie heiraten möchten. Für Eheschließungen nach islamischem oder Stammesrecht gelten andere Voraussetzungen.

Welche Dokumente müssen vorgelegt werden?

KENIA:

  • Kopien der Reisepässe
  • Ehefähigkeitszeugnis (erteilt der deutsche Standesbeamte)
  • Internationale Geburtsurkunde

Die deutschen Unterlagen müssen übersetzt und beglaubigt sein.

BENIN:

  • Gültiger Reisepass
  • Geburtsurkunden beider Ehepartner
  • Bescheinigung über den Personenstand (Ehefähigkeitszeugnis für den deutschen
Partner, Certificat de Célibat für den beninischen Partner)
  • In manchen Fällen ein Wohnsitznachweis
  • Eventuell beglaubigte französische Übersetzungen
  • In manchen Fällen ein ärztliches Attest

SENEGAL:

  • Geburtsurkunden
  • Reisepässe
  • Ledigkeitsbescheinigungen

Alle Dokumente sollten möglichst mit französischer Übersetzung und Beglaubigungsvermerk der deutschen Botschaft vorgelegt werden.

Wie kann man heiraten?

Standesamtliche Ehen können in Ghana durch einen zugelassenen „Registrar of Marriage“ an dem Wohnsitz des ghanaischen Ehepartners geschlossen werden. Anders als in Deutschland kann jeder Standesbeamte jede Konfession trauen.

Wo kann man heiraten?

An jedem beliebigen Ort. Auf dem Tafelberg, auf einer Formel Eins-Rennstrecke oder im „Knysna Elephant Park“, aber auch die klassische Safari-Hochzeit in einer Gamelodge, am Strand oder in den Dünen von Swapkopmund in Namibia sind sehr gefragt.

Wird ein Dolmetscher benötigt?

Sofern beide Ehepartner die französische Sprache beherrschen, wird in Benin und im Senegal kein Dolmetscher benötigt.

Werden Trauzeugen benötigt?

Üblicherweise müssen bei der Trauung in Benin und im Senegal zwei volljährige Zeugen anwesend sein.

Ist die Trauung rechtsgültig?

In Südafrika erhält man das „Marriage Certificate“ und ist sofort nach südafrikanischem Recht verheiratet. Der Standesbeamte organisiert dann das „Full Marriage Certificate“ sowie eine Apostille, mit der das Paar in Europa beim Standesamt die Trauung rechtsgültig anmelden kann. Grundsätzlich wird eine in Kenia rechtsgültig geschlossene Ehe in Deutschland anerkannt. Vorausgesetzt sie wurde von einer Person mit einer standesamtlichen Befugnis geschlossen. Nach Stammesrecht geschlossene Ehen können nicht anerkannt werden, da sie nicht der Mitwirkung einer Person mit standesamtlicher Befugnis bedürfen. Stammesrechtliche Hochzeiten sind in Ghana sehr verbreitet, finden jedoch keine rechtliche Anerkennung. Weder in Ghana noch in Deutschland, sofern einer der Eheschließenden seinen ständigen Wohnsitz nicht in Ghana hat.

Wie hoch sind die Kosten der Trauung?

Zwischen 500 und 2000 Euro.

Wie lang sollte der Planungsvorlauf sein?

Mindestens einen Monat.

Mindestaufenthaltszeit am Urlaubsort

In Südafrika muss man mindestens drei Tage einplanen. Da die Apostille dann an den Heimatort nachgesandt wird, kann die rechtliche Anerkennung bis zu drei Monaten dauern. In Kenia muss ein Partner mindestens fünfzehn Tage vor Ausstellung der Heiratserlaubnis in dem Distrikt gewohnt haben, in dem beim zuständigen Standesbeamten der Antrag auf Erteilung der Heiratserlaubnis gestellt wird. Die Aufgebotsfrist beträgt einundzwanzig Tage. Sie kann jedoch durch eine Sondergenehmigung auf einen Tag verkürzt werden. In Benin gibt es eine Aufgebotsfrist von fünfzehn Tagen. Beide Ehegatten müssen bei der Bestellung des Aufgebots persönlich anwesend sein. Im Senegal muss der Aufenthalt der Brautleute vor der Eheschließung mindestens fünfzehn Tage betragen, um die Aufgebotsfrist zu erfüllen.

Afrikanische Hochzeitsbräuche

In Kenia spuckt der Vater der Massai-Braut mit Milch auf Kopf und Brust, bevor sie ihrem Bräutigam übergeben wird. Dazu spricht er „Möge Gott Dir viele Kinder schenken“. Auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Mann darf sich die Braut nicht umsehen. Danach wird sie von der neuen Familie des Bräutigams in Empfang genommen und zunächst tüchtig beschimpft sowie mit Kuhmist beschmiert. Wesentlich freundlicher geht es bei den Suaheli vonstatten. Die Braut wird vor der Hochzeit verwöhnt, mit Kokosnussöl massiert und mit Sandelholz parfümiert. Zusätzlich wird sie aufwendig mit Henna-Mustern bemalt. Danach wird sie von einer Somo (eine der Stammesälteren) über ihre Pflichten in der Ehe aufgeklärt. In der Brautkammer (dort wird auch die Ehe der beiden geschlossen) wird der Schleier der Braut gelüftet. Hierbei sieht der Bräutigam seine zukünftige Frau oft das erste Mal. Besiegelt wird die Ehe mit einer Zeremonie in einer Moschee. Hier dürfen nur Männer anwesend sein.

In Südafrika findet die Hochzeit der Ndebele oft über Jahre in drei Stufen statt. Zunächst wird die Auslöse mit dem Brautvater verhandelt. Ist man sich einig, wird die Braut von der Außenwelt für zwei Wochen abgeschottet. Diese Zeit nutzen die Stammesälteren für die Aufklärung der jungen Frau. Mit üppigem Perlenschmuck geschmückt tritt sie aus der Separation in die dritte Stufe der Hochzeit. Zur Hochzeit erhält die Braut ein Tuch, das sie ihr Leben lang bei speziellen Anlässen tragen darf. Erst nach der Geburt des ersten Kindes ist die Braut verheiratet. Eine Tradition in Namibia ist es, die Braut vor der Hochzeit zu entführen. „Braut geraubt!“ heißt dies bei den Himbas. Dabei trägt sie einen von ihrer Mutter vererbten Kopfschmuck aus Leder, mit dem man das Gesicht verdecken kann (ekori). Einen Tag vor der Zeremonie tanzen und feiern die Frauen so hemmungslos, dass sie rot werden. Sie bemalen sich mit rotem Ocker. Zur Begrüßung im Hause ihres Mannes wird die Braut mit Butterfett eingerieben.

Unterstützt wurden wir für diesen Beitrag von den deutschen Botschaften in Afrika:
Ghana, Kenia, Benin, Senegal, Gambia, Guinea-Bissau, Kap Verde.

www.accra.diplo.de

www.nairobi.diplo.de

www.cotonou.diplo.de

www.dakar.diplo.de

Fotos: Traumhochzeit in Afrika

 

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