Heiraten in Italien

 

Heiraten in Italien

Welche Behördengänge sind notwendig?

In der Praxis meldet das Brautpaar oder eine von ihm bevollmächtigte Person seinen Heiratswunsch unter Vorlage der im Weiteren genannten Unterlagen persönlich beim Standesamt, das die Trauung vorbereitet und den Termin festlegt, an. Für die Anmeldung der Eheschließung beim italienischen Standesamt bedarf es nach Auskunft der italienischen Behörden einer Vollmacht, die vor der zuständigen italienischen Auslandsvertretung in Deutschland in italienischer Sprache (jeweils für beide Verlobte einzeln) abgegeben werden muss.

Welche Dokumente müssen vorgelegt werden?

  • Internationales Ehefähigkeitszeugnis
  • Pässe oder Personalausweise
  • Internationale Geburtsurkunde
  • Manche Gemeinden verlangen noch eine übersetzte Melderegister-
    bescheinigung

Möchte man in der katholischen Kirche heiraten, benötigt man zusätzlich den Nachweis über die Taufe und die Kommunion. Ebenso muss man belegen, dass man an einem Ehevorbereitungskurs beim Heimatpfarrer teilgenommen hat. In der Regel wird ein Überweisungsbrief der Heimatgemeinde ausgestellt. Diese Dokumente kann man auch nachreichen. Wichtig ist, dass man die Termine im Voraus reserviert.

Wie kann man heiraten?

In Italien ist zwar wie in Deutschland eine standesamtliche Trauung Voraussetzung für die Eheschließung, allerdings gibt es hier die Konkordatsehe. Das bedeutet, dass der Staat der Kirche das Recht übertragen hat, Trauungen durchzuführen. Zu Beginn der kirchlichen Zeremonie wird vom Pfarrer die standesamtliche Hochzeit vollzogen. Wer möchte, kann aber auch im Standesamt in Italien oder Deutschland die rechtsgültige Trauung zuvor vollziehen und sich dann nur kirchlich trauen lassen. Es gibt natürlich überwiegend katholische Gemeinden. Aber auch evangelische Pfarreien kann man in Norditalien, der Toskana und auf Sizilien finden (siehe auch www.chiesaluterana.it).

Wo kann man heiraten?

Standesamtlich heiratet man in den Ämtern oder in von der Gemeinde vorgesehenen Außenstandesämtern. Eine Trauung am Strand ist leider nicht möglich. Die kirchliche Trauung ist in jeder Kirche möglich. Freie, symbolische Trauungen am Meer oder im Grünen sind natürlich möglich, haben aber keine Rechtsgültigkeit.

Wird ein Dolmetscher benötigt?

Ja, wenn nicht alle Beteiligten die italienische Sprache beherrschen, wird auf einen Dolmetscher bestanden.

Werden Trauzeugen benötigt?

Ja, es sind zwei Trauzeugen Pflicht.

Ist die Trauung rechtsgültig?

Man erhält eine internationale Heiratsurkunde direkt bei der zivilrechtlichen Trauung. In EU-Ländern ist die Trauung ohne weitere Anerkennung gültig. Nur die Namen sind im Heimatland zu ändern, da Italien keine Namensänderung gesetzlich vorsieht.

Wie hoch sind die Kosten der Trauung?

Die Gebühren für eine Eheschließung in Italien sind von Standesamt zu Standesamt unterschiedlich und sollten vor Anmeldung der Eheschließung erfragt werden. Je nach Berühmtheit der Stadt belaufen sich die Kosten der Eheschließung auf 200 bis 1000 Euro.

Wie lang sollte der Planungsvorlauf sein?

Ein Aushang des Aufgebots findet nicht statt, sofern beide Partner Ausländer sind und keinen Wohnsitz in Italien haben. Es erfolgt lediglich ein Registereintrag. Eine Wartezeit ist nicht vorgeschrieben. In der Praxis können sich allerdings durch Terminschwierigkeiten Verzögerungen ergeben. Es empfiehlt sich daher gerade bei populären Standesämtern, wie zum Beispiel Rom, Venedig, Florenz, die Anmeldung der Eheschließung so früh wie möglich vorzunehmen. Optimalerweise plant man ein paar Monate ein. Aber Achtung: Das Ehefähigkeitszeugnis muss noch gültig sein. Dieses ist ab Erstellung 6 Monate gültig. Deutsche, die nicht in Italien wohnhaft sind, können grundsätzlich bei jedem italienischen Standesamt miteinander die Ehe schließen.

Mindestaufenthaltszeit am Urlaubsort

Zwei Tage sollte man auf jeden Fall einplanen, da manchmal mindestens einen Tag vor der Hochzeit ein Aufgebot erbeten ist.

Wie wird traditionell in Italien geheiratet?

In Italien heiratet man pompös, so wie es dem Wesen des Italieners entspricht. Kleider werden neu gekauft und keinesfalls darf am Essen gespart werden.

Italienische Hochzeitsbräuche

Am Hochzeitstag sollte die Braut nach alter Tradition auf keinen Fall Schmuck, insbesondere Goldschmuck, tragen, bevor die Zeremonie vorbei ist. Das würde Unglück bringen. Im Süden wirbt der Bräutigam mit einem Holzklotz um die Hand der Braut. Unter ihrem Fenster gibt er seiner Liebsten ein Ständchen. Den Holzklotz legt er danach vor die Tür. Er steht stellvertretend für den sprichwörtlich gemeinten „Wink mit dem Zaunpfahl“. Wenn sie den Antrag annimmt, holt sie den Holzklotz ins Haus. Lehnt sie ihn ab, tritt sie ihn von der Tür weg. Schon lange vor der Hochzeit bringt man in Italien die Geschenke bei den Familien von Braut und Bräutigam vorbei. Dort wird man ganz herzlich mit Sekt, Knabbereien und Süßem empfangen und erhält beim Gehen eine „Bomboniera“, ein kleines Andenken, wie zum Beispiel ein kleines Säckchen, Püppchen oder ein Bilderrahmen. Meist sind diese kleinen Gastgeschenke selbst hergestellt. Bei der Hochzeit selbst wird die Bomboniera mit Hochzeitsmandeln gefüllt.

Mittlerweile sind sie ja auch bei uns nicht mehr bei der Hochzeit wegzudenken. Sie sind das Symbol für das Bittere und Süße des Lebens, das die Paare erwartet. In Sardinien muss das bereits vermählte Paar am Hochzeitstag im Haus der Braut gemeinsam einen Teller Suppe auslöffeln und danach Honig essen. Dies ist ein Symbol für kommende süße Stunden und erhofften Reichtum.

Wichtige Praxisinformationen

Um die spätere Urkundenbeschaffung zu vermeiden, sollte bereits bei Anmeldung der Eheschließung das „libretto internazionale di famiglia“ (Familienbuch) resp. ein „certificato di matrimonio su modulo plurilingue“ (internationale Heiratsurkunde) bestellt und auf die Aushändigung unmittelbar nach der Trauzeremonie Wert gelegt werden.

Die nachträgliche Ausstellung der Urkunden kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die von den italienischen Standesämtern zu gegebener Zeit an die Botschaft übersandte Heiratsurkunde ist für amtliche Zwecke bestimmt und kann den Eheleuten mithin nicht übersandt werden.

Einige größere Gemeinden bieten eine fremdsprachige Info-Hotline an, unter der u.a. auch deutschsprachige Mitarbeiter zu den Modalitäten der Eheschließungen befragt werden können.

Entsprechende Servicenummern finden Sie im Regelfall auf den Internetseiten der jeweiligen Gemeinden (www.comune.Name-des-Orts.it).

Unterstützt wurden wir für diesen Beitrag von der deutschen Botschaft in Italien, sowie der Diplom-Dolmetscherin Dr. Margherita Durando von „Marry in Rome“. Ebenso halfen uns bei der Recherche der Informationen Elisabeth Amolsch von „Talento italia“ und Britta Hartmann-De Marchi von „Creative Wedding„.

 

 

 

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Fotos: Creativ Wedding

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