Hochzeitsfotograf: 17 Tipps mit denen ihr den besten findet

Die Dokumentation eurer Hochzeit fängt all die Momente und Details ein, auf die ihr so lange hingearbeitet habt und die euch diesen Tag immer wieder nachempfinden lassen. Das ist der Grund, weshalb ihr euren Hochzeitsfotograf sorgfältig aussuchen solltet.

Wir verraten euch die wichtigsten Punkte, mit denen ihr Preis und Leistung eines Fotografen wirklich beurteilen könnt.

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Wie beurteilt man die Preise eines Hochzeitsfotografen?

Heute gibt es so viele Hochzeitsfotografen, dass es eine richtig schwierige Entscheidung ist für seine eigene Hochzeit den richtigen Partner zu finden, denn es gibt sehr viele Hochzeitsfotografen, deren Angebote auf den ersten Blick verlockend preiswert erscheinen. Schaut man hinter das Angebot, kann man viel leichter nachvollziehen, warum andere Fotografen ganz andere Honorare verlangen.

Grundsätzlich sollte man wissen, dass ein Hochzeitsfotograf nicht nur die Zeit während der Hochzeit investieren muss. Im Vorfeld ist es wichtig, das Paar genau kennenzulernen und nach der Hochzeit beginnt seine Arbeit erst richtig mit dem Bearbeiten der vielen Fotos, die er von der Hochzeit mitbringt. Auch das Equipment muss einen professionellen Standard erfüllen, um beste Ergebnisse liefern zu können.

Aber wie beurteilt man denn die Arbeit eines Hochzeitsfotografen richtig, um sicher zu sein, den richtigen Profi gefunden zu haben, der den Tag und all seine Emotionen für immer einfängt? Genau deshalb haben wir Melanie und ihr Team von Hochzeitslicht eingeladen, uns aus ihrer Erfahrung ein paar Tipps zu geben, wie man den besten Fotografen für seine Hochzeit finden kann.

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Wie kann man einen guten ersten Eindruck von der Qualität eines Hochzeitsfotografen erhalten?

MM: Schaut euch nach Möglichkeit immer neben der Präsentation von tollen Einzelbildern oder einer handvoll ausgewählter Bilder in einem Blog- oder Magazinbeitrag auch die vollständige Reportage an, die das gezeigte Paar nach seiner Hochzeit erhalten hat. So könnt ihr am besten die vollständige Arbeit und die Qualität des Fotografen beurteilen. Bei einer Hochzeit geht es darum, einen Tag als Bildergeschichte zu erzählen. Dazu gehören Momentaufnahmen, also klassische Reportagefotos, welche die Situationen so zeigen, wie sie tatsächlich passiert sind.

„Ich lege auch immer Wert auf authentische Portraitaufnahmen, die das Paar und seine Persönlichkeit zeigen.“

Auch stimmungsvolle, perfekt arrangierte Detail- und Übersichtsaufnahmen sind wichtige Elemente einer Reportage, weil sie all die großartigen Dinge festhalten, die das Brautpaar so lange geplant und hergestellt hat.

Aber Achtung: Löst euch für die Einschätzung der fotografischen Fähigkeiten von der Geschichte, so dass die Emotionalität der Situationen oder die Attraktivität der gezeigten Personen keinen Halo-Effekt ausüben können. Der Halo-Effekt – auch Mondschein-Effekt genannt – beschreibt das Phänomen, dass Menschen dazu neigen, von einer Sache auf die andere zu schließen. So werden schöne Menschen in der Regel für intelligenter gehalten, obwohl es keinen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Attraktivität gibt.

Fragen um den Halo-Effekt auszuschalten, könnten sein:

„Gefällt mir nur das Brautpaar? Das Kleid? Oder ist es tatsächlich die Bildsprache des Fotografen? So tappt ihr nicht in die Falle, die Hochzeit an sich zu bewerten.“

Wie viele Hochzeitsfotos erhält man eigentlich bei einer Hochzeitsreportage?

MM: Ein guter Hochzeitsfotograf liefert je Stunde Fotografie vor Ort etwa 60-110 bearbeitete Bilder. Die gelieferten Fotos sollten einen roten Faden haben und somit eine Geschichte erzählen. Überflüssige Fotos oder unnötige Dubletten sollten bereits in einer gewissenhaften Bildauswahl durch den Fotografen gelöscht sein. Zum Beispiel wird innerhalb einer Gratulationssequenz nicht zweimal ein ähnliches Bild gezeigt, sondern nur das beste Bild.

Viele Reportagebilder zu liefern, bedeutet für den Fotografen mehr Zeit in die Bildbearbeitung stecken zu müssen. Die Paare haben bei vielen bearbeiteten Hochzeitsfotos allerdings den Vorteil vieler emotionaler Momentaufnahmen sowie umfangreicher Fotos von ihren Gästen.

Die Arbeit des Fotografen hört ja nicht am Ende der Feier auf. Anschließend kommt ja erst noch der viel größere Part: Die Bildbearbeitung.

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Wo sind hier die Unterschiede bei den verschiedenen Fotografen?

MM: Ein guter Hochzeitsfotograf gibt nur bearbeitete Bilder heraus. Wenn die Bilder unbearbeitet sind oder gar direkt aus der Kamera kommen, schwanken die Farblichkeit und die Helligkeit sehr stark und es lässt sich kein harmonisch aussehendes Album gestalten.

Ob alle Bilder untereinander harmonisch bearbeitet worden sind, lässt sich am besten prüfen, wenn alle Bilder in einem Index bzw. in einer übersichtlichen Rasteransicht zu sehen sind.

Hier sollten keine hellen und dunklen Bilder in ein und derselben Lichtsituation beinhaltet sein. Auch die Farbtemperatur sollte passen und es sollten keine Bilder mit verschiedenen Farbstichen wie zum Beispiel Blau, Gelb, Grün oder Rot dabei sein. Ebenso kann der Kontrast beurteilt werden. Zu flaue oder überzogen knallige Bilder müssen bewusst gewünscht sein. Ein guter Anker für die Betrachtung ist auch der Hautton der Braut. Ist die Haut über die Reportage hinweg konsistent in einer ähnlichen Helligkeit und in einem gleichbleibenden Kontrast gehalten?

Digital werden alle Hochzeitsfotos in Farbe festgehalten. Manche Bilder eignen sich besonders für stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Umwandlungen, weil damit zusätzlich eine ganz andere Stimmung und Emotion ausgedrückt wird. Es sollte nach Möglichkeit aber immer beides vorhanden sein.

Wenn man sich einzelne Bilder ansieht – woran erkennt man außergewöhnliche Fotoqualität?

MM: Idealerweise schaut man sich die Hochzeitsfotos nicht nur digital, sondern auch in gedruckter Form als Fotofachabzug an, um die Qualität einschätzen zu können. Sollte dies nicht möglich sein und hat man keinen kalibrierten Monitor zur Hand, kann man auf ein iPad oder iPhone zurückgreifen, da hier die Farben nicht so sehr durch das Ausgabemedium verändert werden.

„Ich finde persönlich auch, dass vor allem authentische und natürliche Potraitaufnahmen einen guten Hochzeitsfotografen ausmachen.“

Die Paare sollten miteinander spielen und kommunizieren. Dabei entstehen Posings, welche die volle Persönlichkeit und den Stil des Paares aufgreifen. Auch sollte der vom Fotografen gewählte Hintergrund zum Stil und zur Kleidung der Portraits passen. Eine sehr moderne Architektur würde beispielsweise nicht zum Boho-Styling passen.

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Eine Kamera in die Hand nehmen kann jeder.

Wie beurteilt man denn, ob der Hochzeitsfotograf auch sein Handwerk versteht?

MM: Die einfachste Möglichkeit der Beurteilung ist zunächst der Bildaufbau – oft eine subjektive Betrachtung, die auch den Stil jedes Fotografen ausdrückt. Schaut euch die Bilder an und entscheidet, ob euch die Bildausschnitte und die Anschnitte der Objekte in den Bildern gefallen. Dafür hat jeder meist ein gutes Gespür.

Bei der qualitativen Betrachtung ist es allerdings primär wichtig, dass das Bild, beziehungsweise der Fokus des Bildes auch scharf ist. Wenn man ein Gastgeschenk fotografiert, muss das Objekt klar und scharf sein. Der Hintergrund darf ruhig stimmungsvoll verschwommen sein.  Bei Portraits sollten die Augen oder das Auge im Vordergrund schärfer sein als der Rest des Bildes.

Aufnahmen in dunklen Lichtsituationen sind besonders schwer. Ein heller, angeblitzter Vordergrund und ein dunkler Hintergrund sind ein Zeichen für einfaches Blitzen direkt von der Kamera. Dadurch wirken Gesichter und Objekte einfach nicht schön. Fortgeschrittene Fotografen blitzen deshalb immer indirekt und erhalten so die optimale Lichtstimmung des Raumes. Beim Eröffnungstanz oder bei den Partyfotos am Abend ergibt diese Technik wesentlich schönere Hochzeitsfotos.

Profis verwenden außerdem Festbrennweiten (offene Blende). Dadurch kann man in dunklen Räumen auch ohne Blitz fotografieren und die Hintergründe werden stimmungsvoll unscharf. Dies sieht man oft bei Katalogfotos. Ein guter Hochzeitsfotograf setzt zusätzlich Makro-Objektive ein, die zum Beispiel scharfe Detailaufnahmen der Ringe ermöglichen.

Ein Qualitätsmerkmal einer guten Aufnahme in dunklen Lichtsituationen ist aber auch, dass man kein Rauschen – also keine Körnung in den Bildern sieht. Dann wurde nämlich einfach der ISO-Wert verändert, um ein wackelfreies Bild zu erhalten und darunter leidet die Bildqualität enorm.

Auch sollten die Bilder eine optimale Helligkeit aufweisen. Fotografisch sauber belichtet ist ein Foto, wenn sich nicht unnötig große weiße oder schwarze Flächen ohne Zeichnung im Foto finden, so dass das Bild an Tiefe verliert und flächig aussieht. Stellt euch vor, ihr würdet ein Brautpaarfoto sehen, in dem alle Details im Brautkleid verloren gegangen sind. Dann ist das Foto überbelichtet. Auf der anderen Seite kann es passieren, dass das Foto unterbelichtet ist und der Anzug des Bräutigams zum „Ganzkörperanzug“ zusammen schmilzt, weil keine Zeichnung mehr vorhanden ist.

Je nach Lichtsituation muss der Hochzeitsfotograf allerdings auch mal Über- oder Unterbelichtungen einzelner Objekte im Foto in Kauf nehmen, weil der Moment sonst nicht eingefangen werden kann. Achtet dann einfach darauf, ob der Hautton der Bilder optimal hell erscheint.

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Was ist der Unterschied zwischen einem „normalen“ Fotografen und einem Hochzeitsfotografen?

MM: Ein Hochzeitsfotograf kennt den Ablauf von Hochzeiten genau und weiß, wann er wo sein muss, um alle Momente und Details einzufangen. Auch ist die Art der Fotografie näher und emotionaler als bei anderen Fotografien.

Als einfühlsamer Hocheitsfotograf muss auch die persönliche Liebesgeschichte vom Hochzeitstag erzählen können, damit die Erinnerung daran über Generationen hinweg erhalten bleibt. Auch muss er den Stil des jeweiligen Paares erfassen können, um die Persönlichkeit des Paares auch in den Fotografien darstellen zu können. Das lässt sich durch Sichten des Portfolios recht gut einschätzen.

„Bei der Hochzeitsfotografie geht es auch um die Gäste.“

Deshalb ist es wichtig, nicht nur das Paar, sondern auch die Personen, welche dem Paar besonders nah stehen, im Fokus zu haben. Diese müssen erkannt werden, denn nur so kann man bei den Momentaufnahmen möglichst viele Emotionen immer wieder über die gewählten Aufnahmen wach rufen.

Auf welche Dinge sollte man bei der Beurteilung eines Honorars noch achten?

MM: Schaut genau hin, ab wie vielen Stunden der Hochzeitsfotograf buchbar ist. Sind die Stunden einzeln oder im Paket buchbar? Welche Zusatzleistungen sind noch im Paket enthalten? Entscheidet hier genau, ob ihr ein Album, andere Erinnerungsprodukte, eine Photobooth oder einen Photobulli wirklich möchtet. Klärt auch genau, was ihr erhaltet: Alle Bilder digital oder sind einige Fotos nur als Abzug zum Einzelkauf erhältlich? Entscheidet auch, ob ihr eine Foto-Assistenz oder einen zweiten Shooter wirklich benötigt, um weitere Perspektiven zu erhalten. Es ist schön noch weitere Blickwinkel einzufangen, dies ist aber kein Muss, weil auch eine Person bereits alles dokumentieren kann.

Ein Hochzeitsprofi hat immer eine zweite Fotoausrüstung dabei, weil immer etwas passieren kann. Bei sehr preiswerten Angeboten muss man leider oft davon ausgehen, dass der Hochzeitsfotograf noch nicht so erfahren ist und / oder nicht über eine professionelle Fototechnik verfügt.

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Was macht man eigentlich falls der Hochzeitsfotograf krank wird?

MM: Den Fall wünscht sich weder der Hochzeitsfotograf noch das Brautpaar. Aber es passiert. Deshalb sollte man im Vorfeld genau klären, wer der Ersatzfotograf sein wird. Wir haben glücklicherweise ein eigenes großes Team, auf das wir immer zurückgreifen können.  Ein Hochzeitsfotograf bleibt immer als Backup ungebucht. Gute Hochzeitsfotografen sind in der Regel am Wochenende ausgebucht, weshalb es schwierig ist, auf sein Netzwerk zurückgreifen zu können. Dann muss man ein gutes Backup haben, dessen Arbeit man vertrauen kann. Bei wirklichen Profis ist das in der Regel gewährleistet.

Was ist denn grunsätzlich eine sinnvolle Möglichkeit das Fotobudget zu reduzieren, falls einfach nicht mehr drin ist?

MM: Ein Second Shooter, also ein zweiter Hochzeitsfotograf ist definitiv nicht zwingend nötig und erhöht die Kosten logischerweise, weil zwei Honorare berechnet werden. Darauf sollte man bei kleinem Budget auf jeden Fall verzichten. Auch macht es Sinn, in dem Fall die Albumgestaltung lieber selbst zu übernehmen.

Darüber hinaus können Fotografen, die sich bei uns noch in der Ausbildung zum Master befinden, für ein geringeres Honorar gebucht werden. Diese Fotografen sind bereits Profis, sammeln jedoch noch Erfahrungen und Portfolio. Eine wirklich gute Alternative, weil wir Master mit der Vermittlung unserer Expertise für gute Qualität sorgen und dafür auch gerade stehen.

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stimmungsvoll und scharf Die Brillanten sind klar zu erkennen und der Hintergrund ist stimmungsvoll unscharf.

Stimmungsvoll und scharf

Die Brillanten sind klar zu erkennen und der Hintergrund ist stimmungsvoll unscharf.

Jede Falte erkennbar Bei optimaler Belichtung sind sowohl der Anzug als auch das Kleid im Detail erkennbar.

Jede Falte erkennbar

Bei optimaler Belichtung sind sowohl der Anzug als auch das Kleid im Detail erkennbar.

Fokus auf dem Polaroid Um dieses Detail in den Vordergrund zu stellen, wird der Hintergrund unscharf gewählt.

Fokus auf dem Polaroid

Um dieses Detail in den Vordergrund zu stellen, wird der Hintergrund unscharf gewählt.

Zeremonie-Fotos Hier sind die Lichtverhältnisse nicht immer ideal, was es schwierig macht zu fotografieren.

Hochzeitsfotos von der Zeremonie

Hier sind die Lichtverhältnisse nicht immer ideal, was es schwierig macht zu fotografieren.

Bewegung und Licht Große Kunst: Ein scharfes Eröffnungstanz-Bild – perfekt mit Fokus auf das Paar ausgeleuchtet.

Bewegung und Licht: Der erste Tanz als Ehepaar

Große Kunst: Ein scharfes Eröffnungstanz-Bild – perfekt mit Fokus auf das Paar ausgeleuchtet.

Abendstimmung Zu wissen, wann die Sonne wo steht, ist notwendig, um perfekte Fotolocations zu wählen.

Abendstimmung für das Portraitshooting

Zu wissen, wann die Sonne wo steht, ist notwendig, um perfekte Fotolocations zu wählen.

Scharfe Momentaufnahme Für ein solches Bild hat man nur ein paar Sekunden, was diese Fotos so besonders macht.

Scharfe Momentaufnahme: Der Auszug aus der Kirche

Für ein solches Bild hat man nur ein paar Sekunden, was diese Fotos so besonders macht.

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„Als wir vor 12 Jahren mit der Hochzeitsfotografie begonnen haben (damals haben die Paare die Fotografie auf Film noch bevorzugt – was heute wieder im Kommen ist), gab es längst nicht so viele Spezialisten und schon gar nicht so viele Reportagebilder wie heute. Die digitale Fotografie hat den Einstieg für die Fotografen (ausgebildet oder Autodidakten) erst leicht gemacht,“ erzählt uns Melanie Meissner. „Deshalb ist es so schwierig geworden, die Angebote zu vergleichen.

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Über Hochzeitsfotografin Melanie Meissner von Hochzeitslicht

Wir lieben sie für ihren Anspruch, ihre besonders einfühlsamen Hochzeitsreportagen, die immer die richtige Stimmung einfangen, ihre geduldig-verständnisvolle Art, die es Brautpaaren ermöglicht sich einfach wohl zu fühlen und ihre grandios schönen Portrait-Fotos.

Ihr findet sie in Berlin bei Hochzeitslicht und manchmal auch im weddingstyle INSIDE Live-Chat.

Alle Hochzeitsfotos: Melanie Meissner

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